Schloßverein Biedenkopf
HERBSTABENDE

Die Herbstabende im Landgrafenschloß Biedenkopf sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Hinterländer Kulturlebens. Das treue Publikum freut sich jedes Jahr über ein abwechslungsreiches Programm in malerischer Kulisse, präsentiert von Schloßverein Biedenkopf e.V., Hinterländer Geschichtsverein e.V. und örtlichen Theatergruppen. Weitere Informationen und Kartenreservierungen über das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, Zum Landgrafenschloß 1, 35216 Biedenkopf, Telefon 06461 924651, Hinterlandmuseum (at) Marburg-Biedenkopf.de.

Vorschau Herbstabende 2018 (Detailinformationen siehe unten):
Rückblick Herbstabende 2017:

Detailinformationen zu den Herbstabenden 2018:


Gitarrenduo
Virtuose Gitarrenmusik von Italien bis Buenos Aires
mit dem Gitarrenduo Peter Haagen und Jörn Martens und Werken Domenico Scarlatti, Gioacchino Rossini, Federico Garcia Lorca, Manuel de Falla, Astor Pazzolla und anderen Komponisten
Eintritt: 10 Euro (Mitgieder des Schloßvereins Biedenkopf e.V. 8 Euro), 07.10.2018, Beginn: 17:00 Uhr

Mit ihrem neuen Konzertprogramm entführen die beiden Gitarristen ihr Publikum in die Vielfalt der Gitarrenmusik Italiens , Spaniens und Südamerikas . Dabei stellen sie Tänze und klassische Werke aus dem Süden Europas dem leidenschaftlichen Tango aus Buenos Aires und pulsierenden Rhythmen Brasiliens gegenüber.
Zum Auftakt erklingen Sonaten von Domenico Sarlatti, deren italienische Leichtigkeit das Publikum mitnimmt in weitere Werke von Gioacchino Rossini und Mario Gangi. Dieser schrieb die „Suite Italiana“ , eine dreisätzige Tanzfolge in folkloristischer Prägung , während jener mit seiner bekannten Ouverture des „Barbier von Sevilla“ zu hören ist. Die spanische Musik wird vorgestellt durch Liedkompositionen von Federico Garcia Lorca , hier in Bearbeitungen des legendären Flamencogitarristen Paco de Lucia , gefolgt von Übertragungen aus den Ballettmusiken Manuel de Fallas für zwei Gitarren.
Der zweite Teil des Programmes steht zunächst im Zeichen Brasiliens, eröffnet von Stücken der Komponisten Radames Gnattali , Egberto Gismonti und Paulo Bellinati. Mit „Chiquina Gonzaga“,„Palhaco“ sowie „Canhoto“ und anderen Stücken kommt südliches Flair auf.
Den schwungvollen Abschluss der Programmfolge bilden traditionelle und zeitgenössische Tangokompositionen aus Argentinien. Angeführt vom „Tango Espanol“ und „El Choco“ erklingen dann als „Rausschmeisser“ Tangos von Astor Piazzolla.

Jörn Martens – studierte Musikwissenschaft und Musikpädagogik in Giessen Seine klassische Gitarrenausbildung erhielt er hier bei David Forstman sowie bei Jens Kienbaum in Köln. Durch den regelmäßigen Besuch renommierter internationaler Meisterkurse erhielt er wichtige Anregungen u.a. bei David Russel, Carlo Marchione, Sergio und Odair Assad, Roland Dyens sowie den Mitgliedern des Los Angeles Guitar Quartets. Als Kammermusiker und Solist wirkte Jörn Martens bisher an verschiedensten Ensembles und Produktionen mit. Seine rege Konzerttätigkeit führte ihn bisher durch ganz Deutschland. Weiterhin spielte er zwei CDs ein: mit dem „Duo Anacleto“ die CD „Sur“ und die Solo-Produktion „Movido“. Mit dem renommierten Gitarristen Peter Haagen bildet er seit 2010 das Gitarrenduo Haagen/Martens. Er arbeitet als Instrumentalpädagoge an den Musikschulen Gießen und Wetzlar. Seit 2010 leitet er den Fachbereich Zupfinstrumente an der Wetzlarer Musikschule.
Peter Haagen – studierte klassische Gitarre an der Musikhochschule Frankfurt/Main, zunächst bei Elisabeth Köhlerund Prof. Heinz Teuchert im Studiengang Instrumentalpädagogik; anschließend im Studiengang künstlerische Ausbildung bei Prof. Michael Teuchert und legte neben dem Erwerb des Diploms als Instrumentalpädagoge die künstlerische Reifeprüfung ab. Er unterrichtete an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Musiklehrerausbildung sowie an verschiedenen Musikschulen in Mittelhessen. In dieser Region konzertiert er solistisch, in der Besetzung Flöte/Gitarre mit Michael Hoyer sowie im Gitarrenduo mit dem bekannten Gitarristen Jörn Martens.

Trachtenbücher
Vortrag von Christoph Kaiser mit Einladung zur Diskussion
Eintritt: frei, 12.10.2018, Beginn: 19:00 Uhr

Die beiden Bücher „Tracht als veränderliche Kleidung“ und „Bauerntracht in Wandel und Beharrung“ von Christoph Kaiser sind unter Trachteninteressierten sehr unterschiedlich aufgenommen worden. Die Herangehensweise, nicht in erster Linie ältere Literatur zu zitieren sondern originale Bilddokumente und Augenzeugenberichte auszuwerten, und die damit verbundenen anderen Schlüsse, als sie bisher im Allgemeinen gezogen wurden, haben bei manchen Angehörigen von Trachtenvereinen und anderen Trachteninteressierten Unwillen und Widerspruch hervorgerufen, der aber nie öffentlich geäußert werden konnte, sondern eher unter der Hand mitgeteilt wurde.

Mit dieser Veranstaltung bietet der Autor jetzt explizit die Möglichkeit, offen Kritik zu üben, Fragen zu stellen und die in den Büchern erhobenen Behauptungen zu diskutieren. Christoph Kaiser wird zuerst noch einmal wie bereits bei früheren Vorträgen seine Thesen vorstellen und seinen Weg zur Beurteilung der bisherigen Literatur darstellen. Danach ist eine offene Diskussion ausdrücklich erwünscht und soll den eigentlichen Teil der Veranstaltung ausmachen. Eingeladen sind alle Fachpersonen aber auch interessierte Laien, Angehörige von Trachtengruppen und Angehörige der letzten Trachtenträgerinnen und alle Anderen, denen die Tracht am Herzen liegt.


Torsten Greis Michael Simon
Couperin fête son anniversaire
Suiten, Sonaten und Miniaturen zum 350. Geburtstag von Francois Couperin mit dem Duo Torsten Greis (Blockflöte) und Michael Simon (Gitarre)
Eintritt: 10 Euro (Mitgieder des Schloßvereins Biedenkopf e.V. 8 Euro), 14.10.2018, Beginn: 17:00 Uhr

Einen kleinen Einblick gewinnen ins galante Musikleben am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV., zahlreiche Facetten musikalischen Ausdrucksmenschlicher Stimmungen entdecken, Spielerisches, Ernstes, Unterhaltsames und Tiefgründiges erleben, dazu laden die beiden Musiker mit ihrem außergewöhnlichen Programm ein. Francois Couperin und seine Musikerfreunde Robert de Visée, Jacques Hotteterre, Joseph Bodin de Boismortier und andere treffen sich zur musikalischen Geburtstagsfeier im Schloss Biedenkopf.
Torsten Greis und Michael Simon sind seit vielen Jahren Kollegen an der Lahn-Dill-Akademie in Dillenburg und ebenso lange musizieren sie miteinander. Torsten Greis erwarb sein Diplom im Hauptfach Blockflöte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Michael Simon absolvierte sein Studium an der Musikhochschule in Frankfurt am Main mit dem staatlich geprüften Musikschullehrerexamen im Fach Gitarre. Aus ihren Unterrichtstätigkeiten sind in der Vergangenheit namhafte Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ hervorgegangen.

Vom archäologischen Bodendenkmal zum Landgrafenschloss – Steifzüge durch die Burgenlandschaft des Hessischen Hinterlandes
Vortrag von Jens Friedhoff
Eintritt: frei, 26.10.2018, Beginn: 19:00 Uhr

Auf den ersten Blick wird man das Hessische Hinterland sicherlich nicht zu den klassischen Burgenlandschaften zählen und der Vergleich mit dem Burgenreichtum im Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal oder dem pfälzisch-elsässischen Grenzraum führt eher zu Irritationen. Ungeachtet dessen zeichnet sich die Region zwischen den Städten Wetzlar und Gießen in Süden und dem Edersee im Norden durch eine beeindruckende Dichte an mittelalterlichen Wehr- und Wohnbauten aus. Die wechselvolle Geschichte der Burgen, Schlösser und Adelssitze wurde jüngst in einer Veröffentlichung vorgestellt. Entdecken Sie gemeinsam mit dem Referenten eine eindrucksvolle, geschichtsträchtige Landschaft, die neben zahlreichen wenig bekannten, längst untergegangenen Adelssitzen auch burgenkundlich herausragende Objekte aufweist.

Der Referent, Dr. Jens Friedhoff, Leiter des Stadtarchivs Hachenburg und Mitarbeiter des Europäischen Burgeninstitut Schloss Philippsburg in Braubach, Autor des Burgenbuches „Burgen, Schlösser und Adelssitze im Hessischen Hinterland“.


Tom Daun
Dowland's Delight
Historische Harfenmusik aus England und Irland
Eintritt: 10 Euro (Mitgieder des Schloßvereins Biedenkopf e.V. 8 Euro), 28.10.2018, Beginn: 17:00 Uhr

John Dowland, englischer Komponist und Lautenist der Renaissancezeit, wirkte acht Jahre lang am dänischen Königshof. Auch ein irischer Harfenist namens Charles O’Reilly („Carolus Orelli“) gehörte zur Hofkapelle. Es ist anzunehmen, dass die zwei Kollegen gemeinsam musizierten. Die Kombination von Laute und Harfe war zur damaligen Zeit sehr beliebt und viele Melodien Dowlands lassen sich hervorragend auf Harfe übertragen.

Im Konzert erklingen neben tänzerischen Kompositionen der englischen Renaissancezeit auch keltische Melodien. Bis ins 18. Jahrhundert war die Harfe das Nationalinstrument von Iren und Schotten. Der Barde Turlough O’Carolan, bis heute einer der bekanntesten Komponisten Irlands, traf sogar mit dem italienischen Barockmeister Geminiani zusammen, der damals in Dublin lebte.

Ein abwechslungsreicher und vergnüglicher Abend mit melancholischen und heiteren Melodien, gespielt auf diversen historischen Harfen.

DAS THEATER
G'schichten aus Wien
Ein Stück aus sieben Szenen mit Zwischenspielen und Rahmenprogramm von Günter Jahn. Gespielt von dem Ensemble „DAS THEATER“ der vhs Marburg-Biedenkopf. Inszenierung: Isa Perski; Dramaturgie: Günter Jahn
Eintritt: 10 Euro (Mitgieder des Schloßvereins Biedenkopf e.V. 8 Euro), 2. und 3.11.2018, Beginn: jeweils 19:00 Uhr

Beim Schreiben dieser kleinen Einführung ging mir durch den Kopf: Eigentlich könnte das Stück auch „Geschichten aus einer großen Stadt“ heißen. Das stimmt, so etwas geschieht in jeder großen Stadt und es stimmt wieder nicht. Es gibt Dinge, die passieren eben nur in Wien. Also stimmt der Titel doch „G'schichten aus Wien“.

Woran liegt es?

Ganz einfach, die Wiener sind, auch heute noch durch den Vielvölkerstaat der KuK-Zeit geprägt. Und, in ihren Köpfen gibt es zwei Zimmer. Das vordere Zimmer ist ein schönes Wohnzimmer, gemütlich, aufgeräumt. Das Zimmer dahinter ist dagegen eine unaufgeräumte Rumpelkammer. In beiden dieser Räume lebt der Wiener. In welchem er sich gerade befindet, stellt man sehr schnell fest. Ob er gerade grandelt oder nicht – liebenswert ist er auf jeden Fall und humorvoll dazu. Sie werden es merken, es gibt viel zu schmunzeln aber trauriges bei den „G'schichten aus Wien“, so ist es eben hier.
Gespielt werden die Geschichten vom neuen, jungen Ensemble des „DAS THEATER“ der „vhs Marburg-Biedenkopf“. Freuen Sie sich auf das neue Ensemble. Die jungen Schauspieler/innen überwiegen und sie sind voller ungebremster jugendlicher Spielfreude.

Die drei Schwerter
Eine Zeitreise in neun Szenen von Christoph Kaiser
Eintritt: 10 Euro (Mitgieder des Schloßvereins Biedenkopf e.V. 8 Euro), 09.–11.11.10.2018, Beginn: jeweils 19:00 Uhr

Der Gelehrte und selbsternannte Philosoph Heinrich Böckler wünscht sich im Jahre 1752 in seiner Studierstube in Darmstadt nichts sehnlicher, als das wahre Wesen des Menschen zu ergünden, um darüber ein in seinen Augen längst überfälliges Buch zu verfassen. Am liebsten würde er dafür einmal durch verschiedene Zeiten reisen können, um mit eigenen Augen zu sehen, was in allen Zeiten gleich war und bleibt, als Quintessenz des Menschen an sich. Ein merkwürdiges weißes Wesen, mal Mann, mal Frau, ermöglicht ihm und seiner Enkelin Sophie diesen sehnlichsten Wunsch.

Um Heinrichs Sinnsuche zu erfüllen, sollen die beiden während sie durch die Zeiten reisen Ausschau halten nach drei Schwertern, die ihnen jeweils eine Botschaft übermitteln können. Wie zu erwarten, geht bei einer solchen Reise nicht alles glatt.

Der Ausflug durch die Zeit unter Aufsicht der oder des Weißen als „Reiseführer“ führt sie unter anderem über ein darmstädter Krankenhaus des Jahres 2081, das Rom Neros, das alte Japan und das noch ältere Ägypten wieder zurück in ihre eigene Zeit. Zumindest Sophie wird dabei tatsächlich ihr größter Wunsch erfüllt. Heinrich Böckler zieht ein eher ungewolltes Fazit. Nur eines ist am Ende klar: Wer das weiße Wesen ist, oder war, oder wie auch immer man sagen soll. Zeitreisen erweisen sich hier als keine Pauschalreiseveranstaltung.


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